Nachhaltigkeit macht Schule


„Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann“ definiert Wikipedia. Alleine diese Definition macht deutlich, dass der Begriff vielfältig und mehrschichtig ist. Gehört hat ihn sicherlich jeder schon einmal, doch was man damit anzufangen hat, das wissen sicher nicht alle.

Daher ist es wichtig, schon in der Bildung von Kindern und Jugendlichen den Begriff der ökologischen Nachhaltigkeit nicht nur zu benennen, sondern ausführlich zu thematisieren und Handlungsmöglichkeiten darzustellen.

Planspiele machen Nachhaltigkeit greifbar

Ein solches sehr schönes Projekt möchte ich heute vorstellen. Seit wenigen Tagen bin ich mit der Schule fertig und vor einigen Wochen hatte mein Sozialkundelehrer die Idee, ein eigenes Planspiel zu entwerfen. Planspiel, das heißt, dass jeder Mitspieler eine Rolle zugewiesen bekommt und dafür mit Hintergrundinformationen und Handlungsanweisungen versorgt wird. Nach einer kurzen Vorbereitungsphase gilt es, sich in neuen Gruppen zusammenzufinden und eine Problematik aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Dabei sind Kreativität und Schauspielerei gefragt, um die Situation möglichst authentisch darzustellen.

Unser Planspiel thematisierte die bisherigen Klimagipfel und -konferenzen und die Frage, wie man tatsächlich einen Kompromiss zum Klimaschutz finden könne, da die beteiligten Entscheidungsträger völlig unterschiedliche Interessen verfolgen.

Wir wurden in sechs verschiedene Gruppen eingeteilt. Die der USA, der Industrieländer, der Schwellen-und Entwicklungsländer, der Volksrepublik China sowie in Wissenschaftler und in Umweltschützer. Ziel war es, eine Klimakonferenz darzustellen, in der aus den verschiedenen Sichtweisen heraus Handlungswege zur Klimarettung entworfen werden sollten, die realistisch waren und mit denen jede Interessengruppe sich so zufrieden geben könnte, dass sie auch bereit wäre diese umzusetzen. Dabei sollten wir die jeweils anderen Gruppen auch mit lustigen Aktionen überzeugen.

Anstieg des Meeresspiegels und Ressourcenknappheit

Wir als Umweltschützer entwickelten beispielsweise die Idee, während der Besprechungen blaue Stoffe über die Konferenzteilnehmer zu legen, um so den Meeresspiegelanstieg zu verdeutlichen, oder das Licht auszumachen, um die Ressourcenknappheit darzustellen… und sicher gäbe es noch viele andere Möglichkeiten. Die China-Abgeordneten sowie die Vertreter der USA hingegen sammelten verzweifelt Argumente, um ihre hohen Emissionswerte zu rechtfertigen, hitzige Diskussionen über den Emissionshandel wurden in der Gruppe der Industrienationen geführt während die Wissenschaftler verzweifelt versuchten, die Dringlichkeit der Klimarettung zu verdeutlichen.

Nachhaltigkeit als Unterrichtsthema

Leider reichte die Zeit nicht aus, um das Planspiel vollständig durchzuspielen, doch es ist eine sehr gute Idee, Nachhaltigkeit in den Fokus des Unterrichts zu rücken, was sich wohl alleine daran zeigt, dass zwanzig Abiturienten, die überhaupt keine Lust mehr auf Unterricht hatten, mit großem Interesse am Planspiel teilnahmen. Ich persönlich kann mir gut vorstellen, dass auch jüngere Schüler mit einem solchen oder ähnlichen Planspiel eine neue Sichtweise auf das Thema Nachhaltigkeit entwickeln und sich wesentlich interessierter mit dem Thema auseinandersetzen, wenn sie selbst gefragt sind, als wenn sie gar nicht genau wissen, warum und vor allem, dass Nachhaltigkeit so wichtig ist.

Foto: Petra Morales  / pixelio.de


Laila Riedmiller

Über Laila Riedmiller

Immer mehr Menschen leben vegetarisch oder schränken zumindest ihren Fleischkonsum ein, sie kaufen regional ein und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das reicht vielleicht noch nicht aus,um das Klima zu retten, doch es ist ein wichtiger Schritt. Je mehr ökologisches Handeln ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, umso eher kann es auch im Bewusstsein der Gesellschaft verankert werden. Ich lebe und studiere in Bonn.

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