Heinz Sielmann – Ein großes Erbe


Im Jahr 1713 kam der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz auf einen Gedanken: Wenn man Bäume fällt, muss man auch neue Bäume pflanzen. Damit war die Idee der Nachhaltigkeit geboren. Heute feiern wir „300 Jahre Nachhaltigkeit – Made in Germany“. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um an einen anderen wichtigen Vertreter deutscher Nachhaltigkeit zu erinnern: Prof. Heinz Sielmann.

Nur wenige Menschen schafften es, das Bewusstsein für die Natur und die Umwelt so zu prägen wie der Tierfilmer Heinz Sielmann. Fast 60 Jahre lang brachte er mit seinen über 300 Filmen die Tiere der Welt in die Wohnstuben. Die „Expedition ins Tierreich“ oder „Sielmanns Report“ sind da nur Auszüge aus seinem riesigen Werk. Sein Einsatz für die Dokumentation und den Schutz der Artenvielfalt ist beeindruckend, denn neben seinen Filmen hinterließ der 2006 verstorbene und mehrfach preisgekrönte Tierfilmer der Nachwelt eine Stiftung, die sich aktiv für den Naturschutz und den Erhalt aber auch für die Schaffung von Lebensräumen einsetzt. Diese bewahren letzte

Rückzugsgebiete für seltene Tier- und Pflanzenarten. Ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität. Bedeutende Naturschutzgroßprojekte sind das Markenzeichen der Heinz-Sielmann-Stiftung. In der Nähe des Spreewaldes entstand so beispielsweise aus einem 3.200 Hektar großen Gelände, einer vom Braunkohle-Abbau hinterlassenen Einöde, die Sielmann Naturlandschaft Wanninchen. Heute ist der Naturpark ein Ort, an dem bedrohte Pflanzen und Tiere durch das Fernrohr beobachtet werden können. Auch der Biotopverbund Harz-Eichsfeld-Werratal, das sogenannte „Grüne Band“, das sich auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost- und Westdeutschland befindet, gehört zu den Großprojekten der Stiftung. Luchse und Wildkatzen fanden dort wieder eine Heimat.

“Nur wer die Natur kennt und liebt, wird sie schützen” (Prof. Heinz Sielmann)

Heinz Sielmann hatte aber auch einen umweltpädagogischen Ansatz. Auf dem Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen in der Nähe von Göttingen betreibt die Sielmann-Stiftung einen Bioland-Bauernhof, eine Reptilienfreianlage und eine Ausstellung über das Lebenswerk von Heinz Sielmann. Hier können Kinder und Jugendliche auf dem Schulbauernhof erste Erfahrungen mit Ökologie und Naturschutz machen. Auch das KIKA-Baumhaus, das 2010 auf dem Gut eingeweiht wurde, dient der Sensibilisierung für Umweltthemen. Mit über 100.000 Besuchern pro Jahr ist das Regionale Umweltbildungszentrum auf dem Gut Herbigshagen heute ein beliebtes Ziel für Klassenfahrten und Gruppenreisen. Es wurde sogar 2007 im Rahmen von „Deutschland – Land der Ideen“ zum „Ausgewählten Ort“ gekürt.

Die Umweltbildung lag Heinz Sielmann sehr am Herzen. Jungen Generationen müssen die Natur erst kennenlernen, damit sie diese auch als schützenswert erachten. Diesen Ansatz verfolgte er auch, als er 1983 zusammen mit seiner Frau Inge Sielmann die Jugendorganisation Panda-Club, 1998 in Sielmanns Natur Ranger e.V. umbenannt, gründete.

Seit 2008 werden die Leistungen von Natur- und Tierfilmer auf dem Green Screen-Filmfestival in Eckernförde mit dem Heinz-Sielmann-Preis geehrt. Aber auch die Nachwuchstalente können den Jugendfilmpreis CAMäleon der Heinz-Sielmann-Stiftung abstauben.

Damit ist Heinz Sielmann ein wichtiger Vertreter der „300 Jahre Nachhaltigkeit – Made in Germany“. Sein Wirken steigert bis heute das Bewusstsein für eine lebendige Natur. Sein Lebenswerk, der Einsatz für den Naturschutz und sein umweltpädagogischer Ansatz werden bis weit in die Zukunft wirken. Prof. Heinz Sielmann ist eine Person mit der man sich im Jahr der Nachhaltigkeit unbedingt beschäftigen sollte.

Weitere Infos:

Heinz-Sielmann-Stiftung / Jugendfilmpreis  / Filmarchiv /Sielmann-Stiftung auf Facebook /NDR-Biografie /Sielmann-Natur-Ranger e.V.

Foto: Sielmann-Stiftung


Mario Stock

Über Mario Stock

Als Politikwissenschaftler liegen mir besonders die Themen Demokratie und Gerechtigkeit am Herzen. Als viel interessierter Bürger betrachte ich mich aber eher als Allrounder mit Hang zum Philosophischen. Der Blog „ImPuls der Zeiten“ soll eine Keimzelle der Zukunft sein, den gesellschaftlichen Dialog fördern und neue Wege gehen. Ich wirke und lebe in Berlin.

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