Green Clubbing – Schwing das Tanzbein (nachhaltig)!


Die lauen Sommernächte lassen noch ein wenig auf sich warten… So lange verlagert sich das Leben von den Baggerseen und Blumenwiesen nach drinnen, in Bars und Clubs. Aber gescheite Licht- und Soundtechnik, die uns den Beat so ordentlich in den Körper treiben, das braucht natürlich jede Menge Strom. Aufs Tanzen zu verzichten, ist definitiv keine Alternative! Aber mal grün anstatt so richtig blau zu feiern, wäre das nicht ein gutes Gefühl?

Das haben sich auch die Leute von Clubmob Berlin gedacht. So gründeten sie 2011 ein starkes Bündnis zur Umsetzung einer grünen Clubnacht. Beteiligt sind THEMA1 (ein unabhängiger Berliner „think-do-tank“, welcher den Wechsel zu einer Gesellschaft, die weniger Kohlendioxid verbraucht, voran treibt), die sinnwerkstatt (die kreative, strategisch fundierte Medienproduktion und -beratung für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen ermöglichen), Morgen Lande (eine Ideenschmiede für gemeinsame Projekte von jungen Menschen und nachhaltigen Unternehmen), der Berliner Energiecheck (ein Beratungsangebot für Ressourcen schonendes Verbraucherverhalten in Haushalten mit geringem Einkommen), der Naturstrom AG (ein unabhängiger Ökostromanbieter mit 100 % Strom aus erneuerbaren Energien) und die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz e. V..

Clubs, die der Initiative Raum zum Feiern geben, werden nach der rauschenden Party mit einer Energieberatung des Berliner Energiechecks belohnt, um so konkrete Einsparpotentiale beim Energieverbrauch in Erfahrung zu bringen und durch eine klimafreundliche Modernisierung die Energiebilanz langfristig zu verbessern. Diese wird durch 40 % der abendlichen Einnahmen finanziert. Mit einem Clubbesuch helfen die Feierwütigen demnach beim Klimaschutz. Eine feine Sache!

Die sogenannten Carrotmobs können auch in Geschäften und Co. stattfinden. Abgeleitet wurde das Wort von der Technik, einen Esel eine Karotte vor die Nase zu halten, um ihn zum Weitergehen zu motivieren. Bei Carrotmobs soll nun die Wirtschaft zum nachhaltigen Verhalten bewegt werden. Wichtig ist dabei, dass ein festgelegter Teil des Erwerbs dem Umweltschutz zu Gute kommt. Die Umwelt-Community sorgt im Gegenzug dafür, dass genügend Besucher mobilisiert werden, um den Umsatz für die grüne Sache an diesem Tag massiv zu steigern. Neben Vergnügen am nachhaltigen Handeln soll dabei auch das Bewusstsein der Verbraucher für umweltfreundlichen Konsum geschärft werden. Die Initiatoren dieser Idee sind die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne „Klima sucht Schutz“ sowie die Clubcommission Berlin. Energieberater der Initiative geben den Veranstalter bereits im Vorhinein wichtige Tipps zur Energieeinsparung für den Veranstaltungsort und die Veranstaltungsumsetzung. Besonders bei der Belüftung und der Lichttechnik lässt sich meist – z.B. durch LED Lampen –noch einiges verbessern. Allein dieser Lichtwechsel könnte den Betreiber jährlich 530 Euro an Stromkostenersparnissen bringen und vermeidet zudem 3,4 Tonnen CO2, so ein Artikel auf der Seite utopia.

Die Idee zum Greenclubbing entstand, da in der Musik- und Entertainmentindustrie viele relevante Bereiche – von der Produktion bis zur Verbreitung – sehr energieintensiv sind. So ermittelte die UK Music Industry Greenhouse Gas Emissions for 2007, University of Oxford, dass die Musikindustrie in Großbritannien Emissionen von 540.000 Tonnen CO2 im Jahre 2007 verursachte, was „den jährlichen Emissionen einer Stadt mit 54.000 Einwohnern oder dem CO2-Ausstoß von 180.000 Autos pro Jahr entspricht“. In Deutschland soll der Umfang sogar noch größer sein.

Aktive wie die Green Music Initiative möchten dies nun verantwortungsvoll in Offensiven für die Umwelt durch Reduktionsstrategien ausgleichen. Zur Erreichung dieses Ziels werden Kooperationen mit renommierten wissenschaftlichen Instituten, Stakeholdern und bekannten Künstlern geschlossen.

Ein weiterer prominenter Vertreter dieser Bewegung ist das seit 1997 stattfindende Melt! Festival. 2010 stellten die Veranstalter mit ihrem melt! Hotel Train, für eine CO²-ärmere An- und Abreise, bereits den Punkt der Mobilität in den Fokus. 2011 ging es hauptsächlich um Energiegewinnung, 2012 um Energiespeicherung z.B. durch Solaranlagen, die das Festival nun mit Strom versorgen. 2013 stand das für Festivals wichtige Thema Müll und Recycling bzw. Upcycling auf der Agenda. Bei so viel grüner Initiative lässt es sich befreit feiern!


Friederike Menz

Über Friederike Menz

Da ich aus der Kulturpolitik komme, werden meine Schwerpunktthemen der Kulturelle Wandel und die Kulturelle Bildung für Nachhaltige Entwicklung sein. “Für mich ist Nachhaltigkeit die Kunst für die Zukunft zu handeln.” Ich lebe und wirke derzeit in Ostwestfalen-Lippe.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>