Pfand gehört daneben!- Weil man Geld nicht einfach wegwirft


Wenn die Pfandflasche mehr nervt als nützt
Hand aufs Herz: Wir alle haben uns doch schon mehr als einmal gefragt, was wir mit unseren alten Pfandflaschen tun sollen. Die Energydrink-Dose nach der Uni, abends die Bierflasche, die einfach nur stört wenn man sich mit Freunden trifft, hier die Cola-Flaschen, die nach dem Urlaub nicht mehr in die Reisetasche passen und keine Pfandannahmestelle weit und breit im idyllischen Urlaubsdorf.
Alternativ kann man die Flaschen natürlich auch in den Mülleimer werfen und hoffen, dass ein Pfandsammler sie findet. Der wiederum sieht aber den restlichen Mülleimerinhalt nicht und greift vielleicht in eine Scherbe. Und zerdrückte Dosen sind immerhin 25 Cent, die einfach weggeworfen werden. Oft wollen wir uns nicht die Mühe machen, wegen 15 Cent zehn Minuten mit der S-Bahn zu fahren, andere Menschen aber finanzieren sich so vielleicht ihr Abendessen.

Pfand gehört daneben
Die Kampagne „Pfand gehört daneben“ wurde genau deshalb ins Leben gerufen und versucht, durch Spenden, Pfandkisten und Plakate auf die Armut vieler Menschen in Deutschland aufmerksam zu machen und eine Alternative zum einfachen Wegwerfen zu bieten.
Auf ihrer Homepage begründen die Initiatoren ihr Projekt so:
„Der Unterschied zwischen arm und reich zeigt sich selten so deutlich wie beim Pfand: Für die einen sind 8, 15 oder 25 Cent so wenig, dass sie es sich leisten können, ihre Dosen und Pfandflaschen in den Müll zu werfen – für die anderen ist das Pfand so wertvoll, dass sie es dafür auf sich nehmen, im Müll zu wühlen. Und das ist nicht nur demütigend, sondern auch gefährlich.“

Kein Geld wegschmeißen
Dabei geht es nicht in erster Linie darum, die Pfandflaschen auf oder neben die Mülleimer zu stellen, sondern gut sichtbar beispielsweise an den Rand öffentlicher Plätze, damit
a) die Pfandflaschen gesehen werden
b) Pfandsammler nicht Gefahr laufen, sich am unbekannten Mülleimerinhalt zu verletzen und
c) die Flaschen genommen und weggebracht werden, was wiederum die Umwelt weniger belastet.

In vielen Städten wurden auch Pfandkisten beispielsweise an Laternenpfählen angebracht, um sowohl denen, die die Flaschen loswerden wollen, als auch denen, die sie dringend brauchen, das Prozedere zu erleichtern.

Unterstützen
Da der Verein „Machen statt Quatschen“ gemeinnützig ist, finanziert er sich vor allem durch Spenden. Zudem werden immer engagierte Menschen gesucht, die Flyer auslegen, Pfandkästen bauen und informieren möchten.
Wem das zu viel ist oder wer dazu keine Zeit hat, der kann auch einfach helfen, indem er in Zukunft seine Pfandflaschen gut sichtbar deponiert. Denn leider ist eines sicher: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Flasche nicht lange dort stehen bleiben, weil einer unserer Nachbarn keine andere Möglichkeit sieht, sich sein Essen zu finanzieren.
Eine weitere Möglichkeit sind übrigens die Pfandboxen der Initiative „Pfandtastisch helfen“, die in vielen Supermärkten stehen und in die man nach dem Einkauf seine Pfandbons werfen kann. Eine ebenfalls sehr gute Idee, denn ganz ehrlich: Wie oft haben wir im Auto festgestellt, dass wir vergessen haben den Pfandbon einzulösen und wie oft haben wir ihn dann tatsächlich beim nächsten mal eingelöst?


Laila Riedmiller

Über Laila Riedmiller

Immer mehr Menschen leben vegetarisch oder schränken zumindest ihren Fleischkonsum ein, sie kaufen regional ein und fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das reicht vielleicht noch nicht aus,um das Klima zu retten, doch es ist ein wichtiger Schritt. Je mehr ökologisches Handeln ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, umso eher kann es auch im Bewusstsein der Gesellschaft verankert werden. Ich lebe und studiere in Bonn.


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Ein Gedanke zu “Pfand gehört daneben!- Weil man Geld nicht einfach wegwirft

  • Anna

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    Gruß Anna